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Mental Golf · 4 Min. Lesezeit

Mental Golf in der Winterpause: Eine persönliche Routine für die nächste Runde entwickeln

Das Spiel zwischen zwei Schlägen – Buch von Ratko Gabric

Wenn Sie im Winter weniger Golf spielen, bietet sich Gelegenheit für einen ruhigen Rückblick. Welche Runden haben Freude gemacht? Wann wurde das Spiel anstrengend? Daraus können Sie einen kleinen persönlichen Versuch für die nächste Runde ableiten. Sie brauchen dafür keine umfassende Trainingsplanung: Ein Blatt Papier und ein wenig Zeit genügen.

Warum die Winterpause mehr ist als eine Auszeit

Auf dem Platz passiert vieles gleichzeitig. Ein Schlag misslingt, der Ärger sitzt, der nächste Abschlag wartet. Zeit zum Nachdenken bleibt selten. Genau das ist das Problem: Muster, die die eigene Runde belasten, wiederholen sich Loch für Loch, Runde für Runde, Saison für Saison.

Stellen Sie sich vor, Sie fahren jedes Jahr dieselbe Route und ärgern sich über dieselbe Baustelle. Irgendwann hilft kein Fluchen mehr. Es hilft, einmal anzuhalten und die Karte neu zu lesen.

Die Winterpause ist diese Gelegenheit. Kein Zeitdruck, kein Score, kein Mitspieler, der wartet. Wer jetzt einen ruhigen Abend investiert und das vergangene Golfjahr schriftlich durchgeht, kann Ideen für eine persönliche Routine sammeln und später auf dem Platz erproben.

Das zentrale Problem: Muster erkennen, bevor man sie wiederholt

Viele Hobbygolfer erinnern sich gut an ihre schlechtesten Runden. Weniger gut erinnern sie sich daran, was genau den Druck ausgelöst hat. War es die Erwartung, ein bestimmtes Loch fehlerfrei zu spielen? Der Blick auf das Handicap eines Mitspielers? Der Wunsch, einen schlechten Schlag sofort zu korrigieren?

Konkrete Situationen aufzuschreiben kann ein Ausgangspunkt sein, um einen eigenen Ablauf zu entwerfen. Eine freiwillige schriftliche Rückschau hilft dabei. Vier Fragen können als Ausgangspunkt dienen:

Wann hat das Spiel in der letzten Saison Freude gemacht? Was hat in diesen Runden anders funktioniert?

Was hat Druck erzeugt? Nicht pauschal, sondern konkret: welches Loch, welche Situation, welcher Gedanke?

Was lag im eigenen Einfluss? Entscheidungen, Routinen, Vorbereitung auf den Schlag.

Welche Erwartung war rückblickend zu hoch? An sich selbst, an den Score, an die Konstanz.

Diese Rückschau ist keine Therapie und keine Fehleranalyse. Sie ist ein ehrlicher Blick auf das eigene Spiel zwischen den Schlägen. Sie können dabei selbst entscheiden, welche Beobachtung Sie in die nächste Runde mitnehmen möchten.

Konkrete Schritte: So entwickeln Sie Ihre persönliche Routine

Aus der Rückschau folgt ein Entwurf. Keine Theorie, sondern ein kurzer, persönlicher Plan für die nächste Runde. Vier bis fünf Punkte genügen:

  • Eine einzige Prozessabsicht wählen. Nicht „bessere Scores", sondern etwas Beobachtbares. Zum Beispiel: „Nach jedem Fehler atme ich einmal durch, bevor ich weitergehe." Das ist konkret und überprüfbar.
  • Die Vorbereitung auf den Schlag aufschreiben. Wie sieht Ihre persönliche Pre-Shot-Routine aus? Notieren Sie, welche Vorbereitung Sie bisher nutzen und ob Sie sich in schwierigen Momenten daran erinnert haben.
  • Den Entwurf in der ersten echten Runde erproben. Nicht perfektionieren, sondern ausprobieren. Was funktioniert, bleibt. Was nicht passt, wird vereinfacht. Routinen wachsen durch Wiederholung, nicht durch Planung.
  • Erwartungen vorab einordnen. Schreiben Sie auf, mit welcher inneren Haltung Sie in die erste Runde gehen möchten. Nicht als Wunschliste, sondern als bewusste Entscheidung.
  • Den Versuch persönlich halten. Wählen Sie zunächst einen Gedanken aus und beobachten Sie ihn auf Ihrer nächsten Runde. Ob und wie er Ihnen hilft, beurteilen Sie selbst.

Fazit: Mit klarem Kopf in die nächste Saison

Mental Golf in der Winterpause bedeutet nicht, das Spiel zu analysieren bis es keinen Spaß mehr macht. Es bedeutet, einmal innezuhalten, ehrlich hinzuschauen und mit einer einzigen, konkreten Absicht in die nächste Runde zu gehen.

Wer das tut, startet nicht mit einem besseren Schwung in die Saison 2027. Aber vielleicht mit einem ruhigeren Kopf. Und das ist oft der entscheidende Unterschied zwischen einer angenehmen Runde und einer, die man am liebsten vergessen würde.

Der passende nächste Schritt

Ein Leseimpuls für die nächste Runde

Wenn Sie das Thema in Ihrem eigenen Tempo vertiefen möchten, lernen Sie „Das Spiel zwischen zwei Schlägen“ kennen. Das Buch von Radomir „Ratko“ Gabric beschreibt mentale Situationen im Hobbygolf und enthält unter anderem RATKO-5, einen Golf-Kopf-Check und einen 4-Wochen-Plan. Wählen Sie die passende deutsche oder englische Ausgabe.

Das Golfbuch kennenlernen
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